Blacks Blog

Der Versuch mich selbst zu beherbergen (self zu hosten).

So 27 September 2015

HAMNET

Posted by Roland in Amateurfunk   

Blick auf Exelberg

Kurt sei Dank sind auch wir nun im HAMNET. Als ich vor einigen Wochen OM Kurt, OE1KBC mein Leid klagte, dass wir (YL Karin und ich) trotz guter Aussicht auf das AKH, das nur ca. 1km entfernt liegt, leider kein Signal von dort empfangen können erwähnte er, dass auch am Exelberg ein Userzugang installiert sei. Exelberg? Ist das nicht der Funkturm den wir von unserem Pawlatschengang aus sehen können? (Siehe Bild oben, rechte Ecke am Horizont.)

Ein erster Test mit einer Nanostation verlief allerdings zunächst enttäuschend. Ich kann an dieser Stelle nur den Tip geben in so einer Situation nicht gleich aufzugeben: Kurt weis meist Rat. Ursache für meinen erfolglosen Versuch war die Tatsache, dass die Nanostation das NSTREME Protokoll nicht versteht. Da fiel mir glücklicherweise ein, dass ich doch auf einem der letzten Flohmärkte eine Groove günstig erworben hatte. Richtig, die sollte geeignet sein.

Da der Exelberg doch ein wenig weiter entfernt ist und ich nur eine für 2,4GHz geeignete Rundstrahlantenne für die Groove hatte habe ich mir eine 21dBi MIMO Panelantenne, für 5.4 - 5.85GHz mit der Bezeichnung IT ELITE PAT50021 bei varia-store.com bestellt. Nach Eintreffen der Antenne verlief der nächste Test mit Kurt’s Unterstützung (ein kleiner Firmware Upgrade war noch nötig) äusserst erfreulich: Nach kurzer Zeit sah ich das Rufzeichen von OE3XIA mit -80dBm auf der Kontrollseite des Mikrotik Routers.

Den ersten Test habe ich zunächst im fliegenden Aufbau mit einem portablen Stativ, das ich von meiner Buddipole “geliehen” hatte durchgeführt. Für eine permanente Installation taugt das natürlich nicht. Eine naheliegende Variante wäre nun gewesen die Antenne auf das Dach zu bringen und sie am vorhandenen Antennenmast zu befestigen und ein Ethernetkabel in den Kabelkanal der Antennenzuleitung dazuzulegen.

Da dieser Ansatz am Nichtvorhandensein des erwähnten Antennenmastes scheiterte habe ich eine semipermanente Installation in Angriff genommen. Da das so gut funktioniert hat beschreibe ich die Details noch ein wenig ausführlicher, vielleicht inspiriert die Konstruktion auch ja den einen OM oder die andere YL. Zumal die Ausführung auch für bastlerisch nicht so Begabte einfach durchzuführen sein dürfte.

Was meine ich mit semipermanent? Nun erstens erfordert die Befestigung vor dem Fenster normalerweise das Bohren von Löchern in eine Wand. Schon das kann bei einer wärmegedämmten Fassade zur schwierigen Teilaufgabe werden. Und zweitens sollte ein Kabel von draussen nach drinnen führen und das möglich ohne das Fenster dauernd geöffnet halten zu müssen. (Im Winter sicherlich besonders zu empfehlen.)

Beides, das Bohren und das offene Fenster, zu vermeiden klingt zunächst nach einer unlösbaren Aufgabe. Beides kann aber gelingen wie die folgenden Bilder zeigen:

Detail Befestigung am Fenster

Geübte Bastler können die im Bild gezeigte Halterung sicherlich auch selbst herstellen. Weniger Geübte (so wie ich ;-) bestellen die Halterung zum Beispiel bei WLAN-discount24.de. Nun trotzdem bin ich nicht ganz ohne Basteln davongekommen. Die Halterung ist für Kunstofffenster vorgesehen. Was das heisst habe ich bemerkt als zwei Biegefalze das Schliessen des Fensters behindert haben.

oe1skc

Nun, ich habe diese Falze einfach mit der Metallsäge entfernt. Wahrscheinlich wird dadurch die Stabilität der Konstruktion zwar etwas vermindert, da aber in meinem Fall die Antenne im ungünstigsten Fall höchsten nur gut zwei Meter tief abstürzen könnte bin ich zuversichtlich dass die kleine Anpassung keine Probleme machen wird. Wer diese Lösung nachmachen will und unter dem Fenster einige Stockwerke tief nichts als Luft hat tut wahrscheinlich gut daran sich Massnahmen für eine zusätzliche Absicherung gegen Abstürze einfallen zu lassen.

Superflaches Ethernetkabel

Problem zwei: Wie bekommt man das Kabel durchs geöffnete Fenster? Hier hilft ein Spezialkabel, wie in der Abbildung zu sehen. Es ist extrem flach und kann so leicht durch die Fensterdichtung geführt werden. Ich kannte solche Kabel schon von 50 Ohm Durchführungen für Antennenspeisung mit kleiner Leistung. Die Ethernet Variante war neu für mich. Ich habe sie ebenso gleich mit der Antennenhalterung beim gleichen Anbieter mitbestellt.

Nun bin ich gespannt wie diese Konstruktion die Herbststürme und die Wintertemperaturen bestehen wird.

Die Antenne